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Pickleball-Ratings in Deutschland: DUPR und CircleSquare im Vergleich

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Wer in Deutschland gerade anfängt, sein Pickleball ernsthaft zu bewerten, stolpert schnell über mehrere Zahlen, die nicht zusammenpassen wollen: ein DUPR-Wert, ein CircleSquare-Rating, dazu die neue nationale Rangliste des Deutschen Pickleball Verbandes. Was misst was? Und warum baut Deutschland überhaupt ein eigenes System auf, wo es DUPR doch längst gibt?

Dieser Beitrag ordnet die Systeme sachlich ein, ohne Partei zu ergreifen. Denn klar ist: Der deutsche Sonderweg wird in der Szene durchaus kontrovers diskutiert. Umso wichtiger ist erst einmal ein nüchterner Überblick.

Drei Dinge, die oft verwechselt werden

Bevor wir zu den Skalen kommen, die wichtigste Unterscheidung. Es geht um drei verschiedene Dinge, die gern in einen Topf geworfen werden:

  • DUPR (Dynamic Universal Pickleball Rating): das international verbreitetste Skill-Rating. Es bewertet deine Spielstärke anhand echter Match-Ergebnisse, weltweit, unabhängig von Verbänden. Mehr dazu in unserem DUPR-Guide.
  • CircleSquare-Rating: ein plattformeigenes Skill-Rating. CircleSquare ist die Software, über die viele Clubs Buchung, Turniere und Open Play organisieren, und die jedes gewertete Match in ein eigenes Level einfließen lässt.
  • DPV-Rangliste: eine nationale Wettbewerbs-Rangliste (Punkte, Setzung bei Turnieren, Deutsche Meisterschaft). Sie ist kein Konkurrent zu DUPR, sondern erfüllt einen anderen Zweck, dazu unten mehr.

Kurz: DUPR und CircleSquare messen deine Spielstärke (auf unterschiedlichen Skalen), die DPV-Rangliste organisiert den nationalen Wettbewerb.

Die beiden Skalen im direkten Vergleich

Und jetzt der Teil, der in der Praxis am meisten Verwirrung stiftet. DUPR und CircleSquare nutzen völlig verschiedene Skalen. DUPR reicht von 2.0 bis 8.0, CircleSquare von 1.0 bis 9.5. Die gleiche Zahl bedeutet also je nach System etwas komplett anderes.

Achtung, Verwechslungsgefahr

Ein Rating von 6.5 heißt bei CircleSquare: Intermediate, also ein solider Freizeitspieler. Bei DUPR wäre 6.5 dagegen Weltklasse-Profi-Niveau. Dieselbe Zahl, zwei völlig verschiedene Welten. Verwechsle die beiden Werte also nie.

Zur Orientierung hier beide Skalen, jede mit ihren eigenen offiziellen Stufen. Wichtig: Es ist keine Umrechnung, jede Skala steht für sich, und sie sind unterschiedlich aufgebaut (CircleSquare hat fünf Stufen, DUPR vier).

CircleSquare (1.0 – 9.5):

StufeWertebereich
Beginner1.0 – 2.4
Amateur2.4 – 4.3
Intermediate4.3 – 6.7
Advanced6.7 – 9.0
Professional9.0+

DUPR (2.0 – 8.0):

StufeWertebereich
Beginner2.00 – 2.99
Intermediate3.00 – 3.99
Advanced4.00 – 4.99
Expert / Pro5.00 – 8.00

Gleiche Begriffe, andere Bedeutung

Die Stufen-Namen sind zwischen den beiden Systemen nicht deckungsgleich. Beispiel: Eine "Intermediate" bei CircleSquare (4.3 – 6.7) meint etwas völlig anderes als eine "Intermediate" bei DUPR (3.00 – 3.99). Ein DUPR-Wert von 4.00 bis 4.99 ist bereits klar Advanced, nicht Mittelstufe. Weder die Zahlen noch die Stufen lassen sich zwischen den Systemen umrechnen oder gleichsetzen.

Zwei Details noch, die den Unterschied greifbar machen:

  • Bei CircleSquare basieren die unteren Stufen (bis 4.3) auf Selbsteinschätzung, ab 4.3 aufwärts ist eine offizielle Levelbestätigung nötig. Zusätzlich zeigt CircleSquare pro Rating einen Genauigkeitswert ("Accuracy"), der angibt, wie verlässlich der Wert schon ist, ähnlich der Reliabilität bei DUPR.
  • DUPR aktualisiert sich rein über Match-Ergebnisse und ist bewusst unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nation.

Warum baut Deutschland ein eigenes System auf?

Hier wird es kontrovers. Der Deutsche Pickleball Verband (DPV) führt seit 2026 eine nationale Rangliste und eine Spielerlizenz ein und wickelt das über die Plattform CircleSquare ab. In einer offiziellen Stellungnahme vom 1. Juni 2026 begründet der Verband das mit dem Ziel der Eigenständigkeit des deutschen Pickleballs, mit eigenen Wettbewerben, eigener Datenbasis und einer Struktur, die er selbst verantwortet. Als Vorbild nennt er den Weg des Deutschen Padel Verbandes.

Wichtig, und oft missverstanden: Der DPV stellt die Rangliste nicht als Ersatz für DUPR dar. In der Stellungnahme heißt es sinngemäß "Rangliste und DUPR, kein Widerspruch". DUPR bleibt das internationale Skill-Rating, die DPV-Rangliste dient der nationalen Vergleichbarkeit, der Setzung bei Turnieren und den Deutschen Meisterschaften. DUPR-Werte fließen sogar als ein Faktor in die Einteilung der Leistungsklassen ein.

Die wichtigsten Eckpunkte des DPV-Modells:

  • Lizenz: künftig 15 Euro pro Jahr, aber bis zum 31.12.2026 kostenfrei. Nötig nur für Ranglisten-Turniere. Offene Turniere bleiben ohne Lizenz spielbar.
  • Plattform: CircleSquare wurde nach Prüfung von Alternativen (unter anderem Playtomic, Raqt, Tournated) ausgewählt. Auf Turnier-Gebühren fallen laut Stellungnahme 4 Prozent für CircleSquare und 1 Prozent für den DPV an.
  • International: Ergebnisse ausländischer Turniere lassen sich nicht automatisch übernehmen, weil sie oft den jeweiligen Veranstaltern oder Plattformen gehören.

Die Kritik, sachlich eingeordnet

Nicht alle in der Szene sind begeistert, dass Deutschland ein eigenes Süppchen kocht. Vereine und der West-Deutsche Pickleball Verband (W-DPV) haben laut der DPV-Stellungnahme unter anderem gefordert: eine freiwillige oder kostenfreie Lizenz, die Teilnahme aller Spielerinnen und Spieler unabhängig von einer Lizenz, freie Plattformwahl für Vereine und mehr Mitbestimmung bei künftigen Entscheidungen. Kritisiert wurde außerdem, dass die Plattformwahl ohne Einbindung der Vereine getroffen wurde.

Der DPV zeigt sich in der Stellungnahme dialogbereit, verteidigt aber den grundsätzlichen Kurs: Eine einheitliche, verpflichtende Registrierung sei nötig, um eine faire Rangliste und einen geordneten Wettbewerb überhaupt aufzubauen.

Wir bewerten das an dieser Stelle bewusst nicht. Beide Seiten haben nachvollziehbare Argumente, und die konkrete Ausgestaltung ist noch in Bewegung. Wer tiefer in die deutsche Verbandslandschaft einsteigen will, findet die Hintergründe in unserem Überblick zu den Pickleball-Verbänden in Deutschland.

Was heißt das für dich als Spieler oder Spielerin?

  • Verwechsle die Zahlen nicht. Ein CircleSquare-Wert und ein DUPR-Wert sind nicht dasselbe, auch wenn beide "Rating" heißen.
  • Für den Alltag reicht meist eine grobe Einordnung. Ob Beginner, Intermediate oder Advanced, das hilft dir vor allem, passende Mitspieler und Formate zu finden.
  • Willst du national ranken oder zur Deutschen Meisterschaft? Dann führt der Weg über die DPV-Rangliste und die Lizenz (aktuell kostenfrei).
  • Willst du international vergleichbar sein? Dann ist DUPR die Referenz.

Am Ende gilt wie so oft: Die Zahl ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Sie hilft dir, faire Matches zu finden und deinen Fortschritt zu sehen. Den größten Teil deiner Spielfreude entscheidet sie nicht.

Quellen

  • Offizielle DPV-Stellungnahme zu Spielerlizenz, Rangliste, Plattform und Mitbestimmung (veröffentlicht am 01.06.2026)
  • CircleSquare-Ratingskala und Stufen (öffentliche Ranglisten-Darstellung eines Mitgliedsclubs)
  • DUPR: offizielle Skala 2.0 bis 8.0, gängige Stufen-Einordnung der Community

Stand: August 2026. Ratings, Gebühren und Regelungen können sich ändern. Angaben ohne Gewähr.

Wie ist deine Erfahrung mit den Ratings?

Spielst du mit DUPR, CircleSquare oder der DPV-Rangliste, und passt dein Rating zu deinem Gefühl auf dem Court? Schreib uns deine Erfahrung, wir ergänzen den Beitrag mit Stimmen aus der Community.

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