Pickleball-Rankings erklärt: Wer sind die Besten der Welt?
NewsWer ist der beste Pickleball-Spieler der Welt? Die Antwort hängt davon ab, welches Ranking man fragt. Denn im Pickleball gibt es nicht ein Ranking-System, es gibt mindestens sechs. Ein Überblick über die wichtigsten Systeme, die aktuellen Top-Spieler und was das alles für die DACH-Region bedeutet.
Die wichtigsten Ranking-Systeme im Überblick
PPA Tour Rankings
Die Professional Pickleball Association (PPA) betreibt die grösste Pro-Tour und damit eines der wichtigsten Rankings. Punkte werden über 52 Wochen gesammelt, ähnlich wie bei der ATP im Tennis. Es gibt zwei Ansichten: das 52-Week-Ranking (Punkte der letzten 12 Monate) und The Race (nur Punkte seit Jahresbeginn).
Die PPA ist die Tour, auf der die grössten Namen spielen, und wo das meiste Preisgeld fliesst.
APP World Rankings
Die Association of Pickleball Professionals (APP) betreibt die zweite grosse Tour mit eigenem Ranking-System. Während die PPA eher auf die absoluten Top-Spieler setzt, bietet die APP auch mehr Möglichkeiten für aufstrebende Profis.
World Pickleball Rankings
Die World Pickleball Rankings (powered by Pickleball Tournaments) gelten als das umfassendste Ranking für Pro- und Senior-Pro-Spieler. Da der Anbieter die Turnier-Software für sowohl PPA als auch APP bereitstellt, fliessen Ergebnisse beider Touren ein. USA Pickleball, die APP und die US Open erkennen dieses Ranking offiziell an.
DUPR
Das Dynamic Universal Pickleball Rating ist kein klassisches Ranking, sondern ein Bewertungssystem auf einer Skala von 2.0 bis 8.0. Der Unterschied: DUPR bewertet nicht nur Profis, sondern jeden Spieler, auch dich. Freizeitspiele können eingetragen werden, Turnierergebnisse fliessen automatisch ein. Damit ist DUPR das relevanteste System für Amateure und Clubspieler in der DACH-Region.
Mehr dazu in unserem DUPR Rating Guide und im Artikel zur DUPR-Kontroverse.
PWR Global: das Neue
PWR ist das jüngste Ranking-System und hat grosse Ambitionen: ein einheitliches globales Ranking mit einer eigenen World Tour. Das Konzept erinnert an Tennis-Grand-Slams. Spieler sammeln PWR-Punkte bei regionalen Events und qualifizieren sich für die PWR World Series, Turniere mit 1 bis 1,5 Millionen Dollar Preisgeld an Orten wie Las Vegas, Madrid, Dubai und Delhi.
Für europäische Spieler ist PWR besonders interessant, weil es explizit als globales System angelegt ist, nicht US-zentriert wie PPA und APP.
WPC / GPR: das globale Turnier-Ranking
Die World Pickleball Championship (WPC) Series ist seit 2019 aktiv und hat sich zu einer der grössten globalen Turnierserien entwickelt: über 80 Events in 15+ Ländern, mehr als 60.000 registrierte Spieler auf vier Kontinenten.
Das dazugehörige Ranking-System heisst GPR (Global Pickleball Ranking) und wird über die Plattform pickleball.global verwaltet. So funktioniert es:
- Punktebasiert: Punkte gibt es für Siege bei sanktionierten Turnieren weltweit
- Beste 12 Ergebnisse der letzten 52 Wochen zählen für das Ranking
- 5-Stufen-System: Von lokalen Events (Tier 1) bis zu Weltmeisterschaften (Tier 5), je höher der Tier, desto mehr Punkte
- Bonuspunkte für das Erreichen von Finals
- Altersbasierte Rankings plus zwei Pro-Rankings ohne Altersbeschränkung
Besonders spannend für die DACH-Region: Die GPR-Rankings bilden auch nationale Ranglisten ab. Deutsche Spieler können sich über Turnierteilnahmen in den deutschen Top-Rankings positionieren, und einige DACH-Spieler sind dort bereits vertreten.
Die Top-Spieler der Welt
Herren: Ben Johns bleibt die Nummer 1, aber der Abstand schrumpft
Ben Johns dominiert Pickleball seit Jahren und schloss 2025 erneut als Nummer 1 ab. Aber erstmals wurde er ernsthaft herausgefordert: Keine einzige Triple Crown (Sieg in Einzel, Doppel und Mixed bei einem Turnier) im gesamten Jahr, ein Novum für Johns.
Die Top 10 der Herren Ende 2025:
- Ben Johns: Immer noch der Massstab, aber verwundbarer als je zuvor
- Hayden Patriquin: Viele sehen in ihm den zukünftigen Nummer-1-Spieler. "Das beste Gesamtpaket im Pickleball", so die Experten
- Andrei Daescu: Konstant auf höchstem Niveau, einer der wenigen, die Johns im Backhand-Dink-Duell Paroli bieten
- Gabe Tardio: Johns' Doppelpartner, stark vor allem im Mixed mit Jessie Irvine
- Christian Alshon / JW Johnson (geteilt): Johnson brilliert im Mixed, Alshon ist das Allround-Talent
- Federico Staksrud: Beeindruckende Einzel-Bilanz, im Mixed noch Luft nach oben
- CJ Klinger: Kontinuierliche Verbesserung, vor allem im Herren-Doppel
- Eric Oncins: Der "Most Improved Player 2025" mit starker zweiter Saisonhälfte
- Will Howells: Frisch von der APP zur PPA gewechselt
Damen: Anna Leigh Waters, die Unantastbare
Bei den Damen gibt es aktuell nur eine Nummer 1: Anna Leigh Waters. Die 18-Jährige startete 2025 mit vier Triple Crowns in Folge und hielt zum Jahresende alle drei PPA-Rankings (Einzel, Doppel, Mixed) gleichzeitig.
Eine Zahl sagt alles: Waters hat mehr Goldmedaillen als Anna Bright, JW Johnson, Catherine Parenteau, Christian Alshon, Federico Staksrud und Andrei Daescu, zusammen.
Allerdings: Auch bei Waters schmilzt der Vorsprung leicht. Statt 90-95% Siegquote waren es 2025 "nur" noch etwa 70% im Doppel. Die Verfolgerinnen:
- Anna Bright: Die konstanteste Herausforderin
- Tyra Black: Aufsteigerin der Saison
- Jorja Johnson: Je nach Woche Nummer 3 oder 4
Die deutsche Connection: JOOLA
Was viele nicht wissen: Einer der grössten Ausrüster im Pro-Pickleball ist ein deutsches Unternehmen. JOOLA, die legendäre Tischtennismarke aus Siebeldingen in der Pfalz, stieg 2022 ins Pickleball ein und verpflichtete direkt den Weltranglisten-Ersten Ben Johns, mit einem Lifetime-Vertrag.
Johns entwickelt seine Paddles gemeinsam mit JOOLA und bringt jährlich neue Editionen heraus. Das aktuelle Modell, das JOOLA Perseus Pro V, ist eines der meistgespielten Paddles auf der Pro-Tour. Auch Tennis-Legenden Andre Agassi und Steffi Graf sind JOOLA-Partner.
Eine kleine Firma aus der Pfalz, die den besten Spieler der Welt ausrüstet. Das ist eine der besten Geschichten im Pickleball.
CircleSquare / DPV-Ranking: das deutsche Verbandsranking
Neu in der DACH-Region: Der Deutsche Pickleball Verband (DPV) nutzt die Plattform CircleSquare für ein eigenes nationales Ranking-System. Über circlesquare.app können sich Spieler registrieren, an vom DPV sanktionierten Turnieren teilnehmen und ein offizielles deutsches Verbandsranking aufbauen.
Das ist ein wichtiger Schritt für die Strukturierung des deutschen Pickleball: Erstmals gibt es ein einheitliches, vom Verband getragenes Ranking, das nicht auf einem US-System basiert. Für Spieler, die in Deutschland Turniere spielen wollen, wird CircleSquare zunehmend relevant.
Was bedeutet das für DACH-Spieler?
Ranking aufbauen
Für Spieler in der DACH-Region gibt es mehrere Wege ins Ranking:
- DUPR ist der einfachste Einstieg: kostenlose Registrierung, auch Freizeitspiele zählen
- GPR über pickleball.global ist das System für Turnierspieler. Wer regelmässig an sanktionierten Turnieren teilnimmt, baut hier ein internationales Ranking auf, inklusive nationaler Ranglisten. In den deutschen Top 10 finden sich bereits DACH-Spieler, die über dieses System gerankt werden
- Die Swiss Pickleball Tour und Turniere der europäischen Verbände bieten Möglichkeiten für PWR-Punkte
International spielen
Die European Pickleball Championships und die wachsende europäische Turnierszene bieten zunehmend Möglichkeiten, sich international zu messen. Mit der PWR World Tour und Events in Madrid und Dubai rückt auch Europa stärker in den Fokus des professionellen Pickleball.
Das Level einschätzen
Ein DUPR-Rating hilft, das eigene Niveau realistisch einzuschätzen. Zum Vergleich: Die Top-Profis liegen bei DUPR 6.5 bis 8.0. Ein ambitionierter Clubspieler in der DACH-Region bewegt sich typischerweise zwischen 3.0 und 4.5. Wer regelmässig über 5.0 liegt, gehört bereits zur erweiterten Spitze in der Region.
Die Zukunft: Vereinheitlichung oder Chaos?
Das grösste Problem im Pickleball-Ranking bleibt die Fragmentierung. Sechs verschiedene Systeme, zwei konkurrierende Pro-Touren, dazu regionale Verbands-Rankings. Für Spieler und Fans ist das verwirrend.
PWR versucht, diese Lücke zu schliessen und ein Tennis-ähnliches, globales System zu etablieren. Ob das gelingt, wird sich 2026 zeigen. Für die DACH-Region wäre eine Vereinheitlichung ein Gewinn: Je klarer die Ranking-Struktur, desto einfacher wird es für europäische Spieler, sich international zu positionieren.
Tipp: Registriere dich kostenlos bei DUPR und trag deine Spielergebnisse ein. So baust du von Anfang an ein Rating auf, das bei immer mehr Turnieren in der DACH-Region gefordert wird.
Pro-Tipp
Du willst dein Ranking verbessern? Schau dir unsere Drills für Fortgeschrittene und Strategie & Taktik an. Und der wichtigste Tipp: Spiel so viele verschiedene Gegner wie möglich, das verbessert nicht nur dein Spiel, sondern auch die Genauigkeit deines DUPR-Ratings.
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