Wird Pickleball olympisch? Der Weg zu den Spielen
WissenPickleball ist der am schnellsten wachsende Sport der Welt. Allein in den USA spielen über 13 Millionen Menschen, in Europa explodieren die Zahlen. Da liegt eine Frage nahe: Wann wird Pickleball olympisch?
Die kurze Antwort: Noch nicht. Aber die Chancen stehen besser als je zuvor.
Der aktuelle Stand
Pickleball ist kein olympischer Sport und war auch nicht im Programm der Olympischen Spiele 2024 in Paris. Für die Spiele 2028 in Los Angeles wurden Lacrosse, Squash und Flag Football aufgenommen, Pickleball jedoch nicht.
Das klingt ernüchternd, ist aber kein Grund zur Sorge. Denn hinter den Kulissen passiert einiges.
Was muss passieren?
Das IOC (Internationales Olympisches Komitee) stellt klare Anforderungen an neue Sportarten. Laut der Olympischen Charta muss ein Sport:
- Von Männern in mindestens 75 Ländern auf 4 Kontinenten ausgeübt werden
- Von Frauen in mindestens 40 Ländern auf 3 Kontinenten ausgeübt werden
- Von einem einzigen internationalen Verband vertreten werden, der vom IOC anerkannt ist
- Den Anti-Doping-Code der WADA einhalten
- Über standardisierte Wettkampfformate verfügen
Wo steht Pickleball bei diesen Kriterien?
Verbreitung: Fast geschafft
Die internationale Pickleball-Gemeinschaft umfasst aktuell 80+ Mitgliedsländer auf sechs Kontinenten. Die Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Die Anforderung von 75 Ländern ist damit praktisch erfüllt.
In der DACH-Region allein gibt es nationale Verbände in allen drei Ländern, eine wachsende Turnierszene und Hunderte von Vereinen und Spielgruppen.
Einheitlicher Verband: Der entscheidende Schritt
Lange Zeit war die fragmentierte Verbandsstruktur das grösste Hindernis. Es gab drei konkurrierende Organisationen:
- Die International Pickleball Federation (IPF)
- Die World Pickleball Federation (WPF)
- Die Global Pickleball Federation (GPF)
Inzwischen haben sich IPF und WPF zum Unified World Pickleball Federation (UWPF) zusammengeschlossen. Das ist der wichtigste Schritt Richtung IOC-Anerkennung. Denn ohne einen einzigen, anerkannten Weltverband gibt es keine Olympia-Zulassung.
Professionelle Strukturen: Auf gutem Weg
Mit der PPA Tour, Major League Pickleball und internationalen Turnierserien gibt es bereits professionelle Wettkampfformate. Die Preisgelder im Profi-Bereich liegen bei über 30 Millionen USD pro Jahr. Was noch fehlt, ist ein vollständig standardisiertes internationales Wettkampfsystem.
Die realistische Timeline
| Spiele | Chancen | Status |
|---|---|---|
| Paris 2024 | Keine | Nicht im Programm |
| Los Angeles 2028 | Keine | Sportarten bereits festgelegt (Lacrosse, Squash, Flag Football) |
| Brisbane 2032 | Möglich | Früheste realistische Option. IOC-Anerkennung müsste bis ~2028-2030 erfolgen |
| 2036 (Standort offen) | Gut | Realistischstes Ziel für vollen olympischen Status |
Die Olympische Charta verlangt, dass neue Sportarten spätestens drei Jahre vor den Spielen bestätigt werden. Für Brisbane 2032 müsste Pickleball also bis 2029 vom IOC anerkannt sein.
Interessant: Australien ist ein Pickleball-Hotspot. Das dortige Organisationskomitee könnte Pickleball als eine der lokalen Zusatz-Sportarten vorschlagen, ähnlich wie Japan bei den Spielen 2020 in Tokio Baseball, Skateboarding und Klettern durchsetzte.
Was andere Sportarten vorgemacht haben
Ein Blick auf jüngste Olympia-Aufnahmen zeigt: Es ist machbar.
- Skateboarding wurde 2016 für Tokio 2020 aufgenommen, als der Sport gerade erst professionelle Strukturen aufbaute
- Breakdancing schaffte es 2024 in Paris ins Programm, verlor den Status danach aber wieder
- Klettern ging den Weg über das lokale Organisationskomitee in Tokio
Pickleball hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber diesen Sportarten: Es ist einfach zu verstehen, günstig auszurichten (kleine Courts, wenig Equipment) und spricht eine breite Altersgruppe an.
Was bedeutet das für die DACH-Region?
Ob Pickleball 2032 oder 2036 olympisch wird, hat direkte Auswirkungen auf die DACH-Szene:
- Mehr Förderung: Olympische Sportarten erhalten öffentliche Fördergelder und Medienaufmerksamkeit
- Stärkere Verbände: Die nationalen Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz würden Teil einer olympischen Struktur
- Mehr Spieler: Die olympische Sichtbarkeit bringt erfahrungsgemäss einen massiven Zulauf, wie bei Skateboarding und Klettern nach Tokio 2020
- Leistungssport-Strukturen: Kaderbildung, Trainer-Ausbildung und Liga-Systeme würden professionalisiert
Fazit
Pickleball wird nicht morgen olympisch. Aber der Sport ist auf dem besten Weg. Die Zusammenlegung der internationalen Verbände war der wichtigste Meilenstein. Mit über 80 Mitgliedsländern und zweistelligen Wachstumsraten weltweit ist die Frage nicht mehr ob, sondern wann.
Brisbane 2032 ist möglich. 2036 ist realistisch. Und bis dahin wächst die Community in der DACH-Region weiter, Turnier für Turnier, Verein für Verein, Spieler für Spieler.
Wir bleiben dran.
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