Mein erstes Mal Competitive Open Play: gewertet spielen beim NullNullZwei
CommunityEs gibt einen feinen Unterschied zwischen einfach spielen und spielen, wenn es zählt. Man merkt ihn erst in dem Moment, in dem das Ergebnis plötzlich irgendwo festgehalten wird. Genau das habe ich am Montagabend zum ersten Mal erlebt: mein erstes Competitive Open Play, beim NullNullZwei Urban Pickleball Club in Heidelberg, einem der spannendsten Pickleball-Standorte in der Region Rhein-Neckar.
Die Reihe Mein erstes Mal
In dieser Reihe besuche ich Pickleball-Standorte in der D·A·CH-Region, spiele selbst mit und erzähle, wie es sich anfühlt. Nach PIBA Neumarkt und meinem ersten Turnier geht es diesmal um ein neues Format: gewertetes Open Play.
Eine Premiere, für mich und für den Club
Das Schöne vorweg: Ich war nicht die Einzige, für die es das erste Mal war. In einem kurzen Briefing zu Beginn wurde uns erklärt, dass CircleSquare, die Plattform hinter dem Ganzen, den kompetitiven Spielmodus offenbar erst seit Kurzem freigeschaltet hat. Auch das NullNullZwei-Team war also gespannt, wie gut das in der Praxis funktioniert. Diese gemeinsame Neugier nahm dem Abend sofort die Schwere. Niemand musste etwas beweisen, wir probierten alle zusammen etwas Neues aus.
So läuft ein Competitive Open Play ab
Und das lief erstaunlich rund. Aus allen 14 anwesenden Spielerinnen und Spielern wurde automatisch ein Draw erzeugt und auf einem großen Bildschirm angezeigt. Jeder konnte dort auf einen Blick sehen: meine nächste Paarung, meine Mitspieler, meine Gegner und den Court, auf den ich muss.
Gespielt wurde auf drei Courts parallel, jede Paarung exakt zehn Minuten. Ergebnis eintragen, weiter zur nächsten Runde. Dieser Takt hat einen angenehmen Fluss: kurz genug, dass es nie zäh wird, lang genug für echte Ballwechsel. Auffällig war, dass die Draws sichtlich so gelegt wurden, dass die Spielstärke auf beiden Seiten des Netzes ungefähr ausgeglichen war. Dadurch waren die Matches über den ganzen Abend spannend, egal wo man gerade stand.

Worum es dahinter geht: das Rating
Der eigentliche Sinn des Formats steckt im Wort „competitive": Jedes Match wird aufgezeichnet und fließt in mein CircleSquare-Rating, also die Plattform, über die der Deutsche Pickleball Verband gerade sein nationales Ranking aufbaut. Jeden zweiten Montag wird der Abend zusätzlich DUPR-relevant und zählt dann für das international bekannte DUPR-Rating. Für gewertete Matches braucht man ein verifiziertes Level, das man sich entweder in einer kurzen Einstufung vor Ort oder über ein bestehendes DUPR-Rating holt.
Für mich ist das ein niedrigschwelliger Einstieg in die Wertungswelt: ein gewertetes Spielerlebnis für einen überschaubaren Betrag (an diesem Abend 20 Euro), ohne mich gleich für ein ganzes Turnierwochenende anmelden zu müssen. Spannend finde ich die größere Frage dahinter. Deutschland bekommt neben dem etablierten DUPR gerade ein eigenes Rating. Ob dieses System die bekannten DUPR-Kritikpunkte besser löst, etwa mehr Transparenz oder die Frage, wie Alter und Geschlecht einfließen, lässt sich aktuell schwer sagen, denn auch CircleSquares Algorithmus ist nicht offengelegt. Das schaue ich mir in einem eigenen Beitrag genauer an. Wer erstmal wissen will, was ein Rating überhaupt aussagt, findet die Grundlagen in unserem DUPR-Guide.
Wie es sich anfühlt, wenn es zählt
Jetzt aber ehrlich zum Gefühl. Die Atmosphäre war locker, fröhlich, neugierig und gespannt zugleich. Trotz aller Wertung: absolutes Fair Play, super freundlich, ringsum zufriedene Gesichter. Der kleine Unterschied zum lockeren Spiel war trotzdem spürbar. Wenn jeder Punkt irgendwo landet, konzentriert man sich einfach ein bisschen mehr.
Und ja, hin und wieder haderte jemand mit den eigenen unforced errors, die tun ja bekanntlich am meisten weh. Aber selbst dieser kleine Ärger verpuffte sofort wieder, weil in der nächsten Runde schon die nächste Paarung wartete. Genau diese Mischung aus sportlichem Ernst und guter Laune macht das Format aus.
Mein Fazit (und eine kleine Rechnung mit Platz 12)
Alles in allem ein richtig schönes Erlebnis. Ein Format, das den Ehrgeiz kitzelt, ohne die Leichtigkeit zu verlieren, und ein Club, der so etwas Neues mit Begeisterung ausprobiert.
Mein persönliches Ergebnis? Platz 12. Nicht gerade das obere Ende der Tabelle. Aber ich habe mich noch am selben Abend fürs nächste Competitive Open Play angemeldet, denn diesen zwölften Platz will ich so nicht auf sich beruhen lassen. Fortsetzung folgt.
Pickleball-Standorte in der Nähe
Schon mal gewertet gespielt?
Erzähl uns von deinem ersten Competitive Open Play oder deinem ersten Rating-Match, oder verrate uns einen Standort, den wir für unsere Reihe besuchen sollten. Die schönsten Geschichten teilen wir mit der D·A·CH-Community.
Folge uns auf Instagram
News, Tipps und Community-Updates aus der D·A·CH-Pickleball-Szene
